Online Marketing

Interview mit Daniel Heidinger, njoy online marketing GmbH

Eigentlich überrascht es nicht: Jugendliche suchen am häufigsten bei Google nach Ausbildungsplatzangeboten. Schließlich suchen wir auch bei Google, wenn wir etwas suchen oder wissen wollen. Aber werden sie da fündig und wenn ja, was oder wen finden sie da? Probieren Sie es doch selbst einmal aus. Suchen Sie einen Ihrer Ausbildungsberufe in Ihrer Stadt bei Google und schauen Sie, welche Ergebnisse Ihnen angezeigt werden. Laut den Azubi-Recruiting Trends 2019 werden nur 9 Prozent der befragten Ausbildungsunternehmen organisch gefunden. Das heißt, ihr Ausbildungsangebot ist unter den Google Anzeigen und Google for Jobs zu finden. Die meisten organischen Suchergebnisse sind die von den einschlägigen Stellenbörsen wie AUBI-plus, ausbildungsstellen.de, ausbildung.de oder AZUBIYO. Aber in den Stellenbörsen buhlen viele Firmen um die gleichen Bewerber wie Sie. Daher haben wir mit Daniel Heidinger einen Experten gefragt, der weiß, wie es geht und worauf es ankommt.

Felicia Ullrich: Herr Heidinger, vielleicht stellen Sie sich unseren Lesern erst mal vor. Was machen Sie und wie unterstützen Sie Unternehmen normalerweise?

 

Daniel Heidinger: Ich berate und schule seit über 8 Jahren Unternehmen in sämtlichen Disziplinen des Online Marketings. Seit 2013 gehe ich dieser Leidenschaft als Gründer der njoy online marketing GmbH in Köln gemeinsam mit meinem 28-köpfigen Team nach. Neben meiner Rolle als Berater und Geschäftsführer, bin ich aber vor allem begeisterter Online Marketer und stürze mich sobald es die Zeit zulässt regelmäßig in aktive Projekte um anderen zu direktem Erfolg, mehr Sichtbarkeit und mehr Umsatz zu verhelfen.

 

Felicia Ullrich: Das Schlüsselwort für das direkte ‚Gefunden werden‘ bei Google ist SEO. Was genau verbirgt sich denn hinter diesen drei kryptischen Buchstaben?

 

Daniel Heidinger: Erst einmal natürlich ein Kürzel (lacht). Dieses steht für Suchmaschinenoptimierung und dient als Überbegriff für alle Maßnahmen, die es ermöglichen webbasierte Inhalte in den unbezahlten Suchergebnissen der einzelnen Suchmaschinen auf den vorderen Plätzen aufzustellen. Webinhalte können hierbei zum Beispiel Landingpages, Webseiten, Videos, Bilder, aber auch Stellenanzeigen, Geschäftslistings und Co. sein. Dabei unterscheidet man zwischen sogenannten OnPage- und OffPage-SEO-Maßnahmen. Also Optimierungsmaßnahmen die direkt auf der eigenen Seite umgesetzt werden und Maßnahmen, die auf den externen Optimierungschancen (zum Beispiel Backlinks oder Markennennungen) beruhen.

 

Felicia Ullrich: Was sind die größten Fehler, die Unternehmen begehen, so dass ihre Angebote und ihre Karriereseiten nicht bei Google zu finden sind?

 

Daniel Heidinger: Der größte Fehler ist auf jeden Fall der Glaube vieler Verantwortlicher, dass sie automatisch eine gute Sichtbarkeit verdient haben, nur weil sie selbst von ihrer Leistung, dem eigenen Angebot oder ihrer Karriereseite überzeugt sind. Die Überzeugung, dass die eigenen Angebote besser als die der Konkurrenz sind ist generell sehr wichtig, aber vor allem muss der Endnutzer und die Suchmaschinen davon überzeugen werden. Dies kann erreicht werden indem sowohl technisch als auch inhaltlich bessere Inhalte angeboten werden als bei den Mitbewerbern. Hierzu zählen eine moderne, schnelle und mobilfreundliche Seite genauso wie ein perfekt auf die jeweiligen Suchanfragen ausgerichteter Content.

 

Für die Ausspielung in Google for Jobs ist es darüber hinaus essentiell, dass die eigenen Stellenangebote auch mit sogenannten strukturierten Daten ausgezeichnet werden. Diese Auszeichnungen ermöglichen Google Inhalte besser zu verstehen und ist eine Grundvoraussetzung für das Erscheinen in Google for Jobs. Als Basis für die Auszeichnungen dient hierbei der Standard von schema.org. Viele Webseiten nutzen leider immer noch nicht dieses Potenzial aus und verzichten somit auf die Chance direkt oberhalb der organischen Ergebnisse gefunden zu werden.

 

Felicia Ullrich: Google verändert seinen Suchalgorithmus ja recht regelmäßig. Gibt es feste Konstanten, die ich immer beachten sollte, wenn ich meine Karriereseite für SEO optimiere? Also vielleicht drei sogenannte „Must-haves“?

 

Daniel Heidinger: Google zieht für die Bewertung und Einstufung von Inhalten mehrere hundert Faktoren heran – diese sind teilweise offen, teilweise müssen diese aber auch in regelmäßigen Tests neu ausfindig gemacht oder in ihrer Relevanz neu eingestuft werden. Wenn man sich beim Start der Optimierung einer Karriereseite nur auf drei Faktoren beschränken muss, abseits der Strukturierten Daten, dann sollten dies Intention, Ladezeit und Mobilfreundlichkeit sein.

 

Unter Intention versteht sich die Erwartung des Users an den Inhalt der Suchergebnisse zu einem eingegebenen Begriff in der Suchmaschine. Möchte ein Seitenbetreiber hier in der Suche zu diesem Suchbegriff, dem sogenannten Keyword, gefunden werden, dann muss er dieses Keyword erst einmal kennen und bewerten. Ist dies erfolgt, dann benötigt man die passenden Inhalte für die entsprechende Nutzerintention. Diese Anforderungen unterscheiden sich je nach Suchbegriff extrem und müssen bei jedem neuen suchmaschinenoptimierten Inhalt gesondert bewertet und eingeschätzt werden.

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Die Ladezeit einer Seite ist ebenfalls ein enorm relevanter Faktor. Jede Sekunde Ladezeit kostet Rankings und User. Denn nicht nur Google bewertet die Ladezeit einer Seite und nutzt diese für die Einstufung der Sichtbarkeit, sondern auch der User.

 

Benötigt eine mobile Seite zum Beispiel fünf Sekunden statt einer Sekunde zum Laden, dann springen im Schnitt 90% mehr User ab bevor die Seite überhaupt geladen wurde. Diese potenziellen Nutzer hat man dann direkt an die Konkurrenz verloren, egal wie gut der Inhalt der eigenen Zielseite ist. Hier muss durch technische Optimierungen sichergestellt werden, dass keine unnötigen Hürden im Weg stehen. Kurz gesagt, Geschwindigkeit entspricht Umsatz – oder in diesem Fall Bewerbern. Beim Thema der mobilen Seite sind wir dann auch direkt beim dritten Punkt. 2019 kamen durchschnittlich über 41 Prozent der Suchanfragen in Deutschland über Smartphones. Google nutzt inzwischen ebenfalls die mobile Version einer Seite als Grundlage für die Bewertung. Um hier sowohl Google als auch den User zufriedenzustellen müssen Seiten für die Ansicht auf gängigen Smartphones und Tablets optimiert sein. Im SEO nennt sich dies auch Mobile Responsive. Häufig erlebe ich es in Seminaren und bei Kunden, dass die mobilen Darstellungen stiefmütterlich behandelt und somit große Mengen an Nutzern direkt vernachlässigt werden. Das ist verschenktes Potenzial. Die drei hier genannten Faktoren geben allein allerdings noch nicht den Garant für ein Ranking auf den vorderen Plätzen, liefern aber definitiv ein gutes Fundament auf dem aufgebaut werden kann. Gerade im technischen und strukturellen Bereich gibt es anschließend zahlreiche weitere wichtige Stellschrauben.

Felicia Ullrich: Wenn ich meine Karriereseite für die Google Suche optimiere, wollen meine Bewerber die Seite dann überhaupt noch lesen? Schließt das eine das andere aus?

 

Daniel Heidinger: Nein, ganz im Gegenteil. Eine gute, erfolgsversprechende und moderne Suchmaschinenoptimierung hat immer sowohl die Suchmaschine als auch den User, hier also den Bewerber, im Fokus. Die Zeiten von sinnlosem Keyword-Spam und unleserlichen, für die Maschine geschriebenen Textwüsten sind lange vorbei. Sätze wie „Elektroniker Ausbildung Köln – hier findest du die besten Elektroniker Ausbildungen in Köln. Bewirb dich jetzt bei uns in Köln für die Ausbildung zum Elektroniker!“ gehören der Vergangenheit an – zum Glück. Heute darf und muss für den User geschrieben werden – Synonyme, abwechslungsreiche Formulierungen, Absätze, Bilder, Aufzählungen sowie Textauflockerungen sind ausdrücklich erwünscht.

 

Vor allem ist es wichtig, dass der User genau die Informationen erhält, die er sucht – hier sind wir wieder beim Thema Intention. Sucht jemand nach „Elektroniker Ausbildung Köln“ erwartet er komplett andere Inhalte in den Suchergebnissen als bei der Suche nach „Elektroniker Ausbildung“. Wo bei Ersterem echte Stellenanzeigen aus Köln und Stellenauflistungen von Ausbildungsportalen die Intention am besten befriedigen, geht es bei der zweiten Suche eher um eine Informationsfindung. Möchte man hier auf den vorderen Plätzen ranken, muss man gut aufbereitete und strukturierte Informationen zu Ausbildungsplatz, verschiedenen Ausbildungsrichtungen, Erwartungen, Arbeitsumfeld, Ausbildungsinhalten, dem möglichen Gehalt und Voraussetzungen liefern. Gerade in einer solchen informellen Suche hat ein altmodischer Spam-Artikel keine Chance mehr.

 

Felicia Ullrich: Ich erlebe es oft, dass die Beschreibung der Berufe bei der Arbeitsagentur oder von anderen Quellen abgeschrieben werden. Nicht nur, dass das meist wenig spannend zu lesen ist, Google mag es auch gar nicht. Stichwort „Duplicate Content“. Was versteht Google darunter, und wie kann ich es besser machen?

 

Daniel Heidinger: Duplicate Content bezeichnet das Problem, dass Inhalte in gleicher oder sehr ähnlicher Aufbereitung an verschiedenen Stellen und unter unterschiedlichen URLs zu finden sind. Dies können Inhalte auf der eigenen Webseite sein – beispielsweise eine Stellenausschreibung die in identischer Form als PDF, Stellenausschreibungsseite und als Ergebnis einer Filterung auf einer Stellenübersichtsseite angeboten wird -, aber auch Inhalte die wie hier im Beispiel von externen Quellen kopiert wurden. Diese mehrfachen, identischen Inhalte stellen Google vor das Problem einzuschätzen, welche Version des Inhalts das beste Suchergebnis verdient hat. In einigen Fällen gelingt diese Einschätzung, in anderen Fällen ist das Resultat dann bestenfalls, dass anstatt eines guten Rankings mehrere schlechte Rankings auf die Duplikate verteilt werden. Es kann aber auch dazu kommen, dass Google das Kopieren – vor allem bei Inhalten von fremden Seiten – als Betrugsversuch bewertet und harte Sanktionen verhängt. Dies kann je nach Umfang des duplizierten Inhalts bis zur Entfernung der kompletten Webseite aus den Suchergebnissen führen.

 

Google möchte stets das bestmögliche Suchergebnis für den User finden, Duplicate Content behindert die Suchmaschine dabei. Wer zu viel Duplicate Content liefert, muss somit mit langfristigen Konsequenzen rechnen. Aus diesem Grund sollte man immer darauf achten, dass Inhalte stets nur an einer Stelle in identischer Form angeboten werden. Außerdem müssen Inhalte, die eine echte Chance in den Suchergebnissen haben sollen einzigartigen Content mit Mehrwert für den User schaffen. Hier gilt: Man muss mit dem Inhalt nicht nur den ersten Platz schlagen, sondern alle Plätze vor einem zu einem Suchbegriff. Kann auf Duplikate nicht verzichten werden, gibt es zur Behebung verschiedene technische Möglichkeiten wie gezielte Indexierungssteuerungen und den Canonical-Tag. Diese Maßnahmen bieten Wege an, wie man Google entweder von den Duplikaten fernhalten kann oder zeigt, welche Version als Original behandelt werden soll. Eine Ausnahme bilden hier Ausbildungs- und Stellenausschreibungsportale. Hier versteht Google inzwischen sehr gut, dass die auf der eigenen Seite angebotenen Stellenausschreibungen in verschiedene Portale kopiert werden und akzeptiert dies auch.

 

Möchte man allerdings mit der eigenen Version in den Suchmaschinen prominent ausgespielt werden, empfiehlt es sich hier die Stellenausschreibung auf der eigenen Seite zuerst zu veröffentlichen und wohlmöglich diese sogar in abgeänderter und erweiterter Form anzubieten. Ein Vorteil für die eigene Sichtbarkeit ist übrigens auch, wenn auf gestreuten Stellenausschreibungen Links zur eigenen Version der Stellenausschreibung gesetzt werden können. Geht es allerdings nicht um Stellenausschreibungen, sondern um gezielt SEO-relevante Inhalte zu allgemeinen Berufsinformationen oder ähnlichen Landingpages, dann muss unbedingt einzigartiger Content mit Mehrwert geschaffen werden – hier sei nochmals auf das Beispiel mit „Elektroniker Ausbildung“ verwiesen.

 

Felicia Ullrich: Jetzt ist die SEO-Optimierung meines Internetauftritts sicher ein größeres Projekt. Womit fang ich an und wie können Sie Unternehmen dabei unterstützen?

 

Daniel Heidinger: Zuerst muss man sich klar werden wo der eigene Webauftritt derzeit steht. Nur so kann man Potenziale erkennen und gewinnbringend ergreifen. Hierzu dienen fachliche Analysen des Status Quo – sowohl im technischen Bereich, im Bereich der Traffic-Auswertung, der Conversionoptimierung als auch des keywordoptimierten Inhalts der Seite. Hat man veraltetes oder gar keinerlei Vorwissen ist es sinnvoll vor einer solchen Analyse das Fachwissen zu erwerben. Sonst riskiert man Zeit in falsche Ansätze zu investieren, die anderweitig besser aufgehoben wäre. Hierzu bieten wir gezielt praxisorientierte offene als auch inhouse Seminare in kleinen Gruppen an. Möchte man dieses Wissen nicht selbstständig erwerben, übernehmen wir die Analysen vollständig – hier gibt es vom kostenlosen Quickcheck bis zur umfassenden Vollanalyse für jeden das passende.

 

Beim Grad der Unterstützung kommt es ganz darauf an, wie viele interne Ressourcen und Fachwissen bereits zur Verfügung stehen. Hier bieten wir von den genannten Schulungen über die Beratung bis zur kompletten Optimierung inklusive Contenterstellung auf die jeweilige Situation zugeschnittene, individuelle Lösungen an. Ob Anfänger oder Profi – wenn Unterstützung benötigt wird, stehen wir zur Verfügung – gerne auch als verlängerter Arm einer eigenen Online Marketing Abteilung, die wir mit neuem Aufwind versorgen.

Wenn Begriffe wie Canonical Chain, Java Script SEO, Mobile First Indexierung und Strukturierte Daten keine Fremdworte mehr sind, es aber an Zeit für die interne Umsetzung fehlt, unterstützen wir mit Manpower. Aber auch Optimierungsbegeisterte, die hier im Artikel das erste Mal den Begriff Keyword gelesen haben bieten wir versierte, fachliche Unterstützung an und gehen gemeinsam die ersten Schritte im Online Marketing.

 

Felicia Ullrich: Gibt es noch einen ultimativen Tipp zum Schluss?

 

Daniel Heidinger: Egal für welchen Online Marketing Kanal, für welche Optimierung man sich Entscheidet – man muss investieren – ob Geld, Zeit oder Wissen – und nur die Umsetzung bringt den Erfolg und selbst bei einem Scheitern kann man das Erlernte zur Verbesserung nutzen. Ich erlebe es täglich, dass sich Unternehmen hohe Ziele stecken, dann aber nicht die Ressourcen, das Fachwissen oder das Durchhaltevermögen haben, diese auch zu verfolgen. Mein Tipp ist, dass man sich vor der Optimierung genau klar macht, von welcher Ressource man derzeit am ehesten intern profitiert und welche Ressourcen extern effizienter eingesetzt werden können. Nichts ist demotivierender als ein prinzipiell erreichbares Ziel, welches aufgrund von falscher Planung und Selbsteinschätzung nicht erreicht wird.

 

Felicia Ullrich: Herzlichen Dank für das Gespräch.

Daniel Heidinger, Gründer und Geschäftsführer der njoy online marketing GmbH in Köln

Njoy online marketing bietet Kunden Beratungsleistung und Umsetzungen rund ums Online Marketing. SEO – Suchmaschinenwerbung – Social Media – Webdesign – Conversionoptimierung

 

Immer mit praktischen und bezahlbaren Lösungen – ganz auf die Marketing-Aktivitäten und Problemstellungen des Kunden abgestimmt. Die Konzepte sind auf die Zukunft ausgerichtet um Maßnahmen dauerhaft erfolgreich zu gestalten.

Telefon: 0221-29801263 | E-Mail: info@njoy-online-marketing.de

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